Virtueller 3D-Tour im Kletterwald (Teil 2)

Aktualisiert: Okt 29

Im ersten Teil unserer Miniserie hatten wir die Aufnahmebedingungen der 360 Grad Fotos für den virtuellen 360 Grad Rundgang des Kletterwalds Titisee beschrieben und was die Herausforderungen dabei waren. In diesem Beitrag geht es darum, wie die Bildbearbeitung erfolgt und der virtuelle Rundgang zusammengesetzt wird.


Man weiß ja nie ... Daher sichern wir als Erstes alle Aufnahmen akribisch und mehrfach. Dies erfolgt auf separaten Datenträgern sowie in der Cloud. Das kostet etwas Zeit, ist aber stets empfehlenswert. Da wir für unsere virtuellen Touren stets im RAW-Format (hochauflösendes Bildformat mit viel Bearbeitungsspielraum) aufnehmen, kommt pro Kunde schon eine beträchtliche Datenmenge von 10 bis 30 GB alleine von den Aufnahmen zusammen.


Nun erfolgt der Import und die (Vor)Bearbeitung in Lightroom, wo die Belichtungsreihen miteinander verrechnet, farblich abgestimmt (Colorgrading), helle und zu dunkle Bereiche korrigiert sowie schon einer leichten Grobretusche unterzogen werden. Das ist sehr zeitaufwendig, wird aber mit einem brillanten Endergebnis belohnt, wofür uns unsere Kunden immer wieder loben.

Import der Fotodateien in Lightroom
Import und Vorbearbeitung der Fotodateien in Lightroom

Jetzt ist die Feinretusche dran, wo wir störende Elemente aus den Bildern entfernen. Das können Reflexionen sein, die bei den Aufnahmen entstanden sind oder Gegenstände im Bild, die der Kunde nicht wünscht. Dazu zählt aber auch das Wegretuschieren des Stativs, denn die Kamera mit dem Extremweitwinkelobjektiv nimmt leider bei jeder Aufnahme das Stativ auf dem Boden mit auf.

Feinretusche sowie weitere Korrekturarbeiten
Feinretusche sowie weitere Korrekturarbeiten

Anschließend kommt dann das Zusammensetzen der einzelnen Aufnahmen zu einem 360 Grad Panorama. Dies ist bei solchen Standorten wie dem Kletterwald sehr aufwendig, da der Bildabgleich manuell erfolgen muss, um Parallaxenfehler im Panorama zu vermeiden. Das kann keine Software zu 100 %, hier muss man als Mensch nochmals eingreifen. Warum ist das wichtig? Ganz einfach: Werden die einzelnen Bilder, die man zu einer Gesamtaufnahme zusammensetzt, nicht akribisch miteinander abgeglichen, erhält man später in der zusammengefügten Aufnahme hässliche Versätze. Auf einem Waldfoto würde man da z. B. die Kronen der Bäume um ein paar Zentimeter versetzt zum Stamm sehen, was so keiner möchte man so natürlich nicht anbieten könnte.


Zusammensetzen eines 360 Grad Panoramas für die virtuelle Besichtigung
Zusammensetzen eines 360 Grad Panoramas für die virtuelle Besichtigung
Anbringen von farblichen Overlays in der virtuellen Tour
Anbringen von farblichen (Funktions-)Overlays in der virtuellen Tour

Die folgenden Arbeitsschritte kreieren dann die virtuelle Welt: Hier werden die Bilder logisch zur 3D-Tour zusammengesetzt und Funktionsoverlays integriert, damit sich der User durch die Tour klicken, verschiedene Aktionen durchführen und sich informieren kann.

Zum Schluss wird die virtuelle Besichtigung mit einer Software abspielbar berechnet und kann jetzt als Link, Codesnippet oder Dateiordner für Webseiten zur Verfügung gestellt werden. Fertig ist die virtuelle Welt. Für ein High-End-Produkt brauchen wir in der Größenordnung eines Kletterwalds etwa acht bis zwölf Arbeitstage.


Der fertige Rundgang kann hier besichtigt werden: 3D-Tour Kletterwald Action Forest



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