Virtuelle 3D-Tour im Kletterwald (Teil 1)

Aktualisiert: Okt 29

Der Betreiber des Hochseilgartens "Action Forest" in Titisee im Schwarzwald beauftragte uns, eine virtuelle 3D-Tour von seiner Anlage zu erstellen.


Was man vorab wissen muss: Einen Kletterwald optisch ansprechend zu fotografieren und zu einer virtuellen Tour zu verbauen ist kein Kinderspiel. Oft herrschen dort schwierige Lichtverhältnisse, man muss als Fotograf seine Höhenangst überwinden sowie kreativ sein und improvisieren können. Vor allem sollte man eine Shotlist mit den einzelnen Stationen für den Tag des Shootings erstellen, damit der Hochseilgarten systematisch für den späteren virtuellen Rundgang abfotografiert werden kann. Der Aufwand für die Aufnahmen in einem Kletterwald ist natürlich deutlich höher, als wenn man für ein Unternehmen ein paar Büroräume fotografiert. Schon alleine der Zu- und Abstieg auf jeden einzelnen Parkour nimmt viel Zeit in Anspruch, da Sie ja meistens auf 12 Meter Höhe oder sogar mehr hoch müssen.


Für den virtuellen Rundgang auf einer Plattform
Für den virtuellen Rundgang auf einer Plattform

Vor dem Shootingtermin hat der Kunde seine Wünsche geäußert und wir haben gemeinsam überlegt, wie wir diese gemeinsam für das VR Projekt realisieren können.


Am Tag des Shootings wurde nochmals das Gelände begangen und zur Sicherheit alles in Kurzform durchgesprochen. Anschließend wurde ich ins Sicherungsgurtzeug gesteckt. Natürlich gab es Helmpflicht, da der Klettergarten sehr viel Wert auf Sicherheit legt. Dann sicherten wir auch die Kamera auf dem Stativ, dass diese nicht bei den Aufnahmen nach unten fallen kann. Da diese vorher am Boden auf einem speziell für 360 Grad Aufnahmen gefertigten Stativkopf befestigt und für die perspektivisch korrekte Aufnahme sowie das spätere Aneinanderfügen der Bilder justiert werden muss, darf die Kamera dann nicht mehr vom Stativ genommen werden.

360 Grad Kamera wird auf Plattform gezogen
Die gesicherte 360 Grad Kamera wird auf die Plattform gezogen

Anschließend ging es mit einem Angestellten des Hochseilgartens hoch auf die erste Plattform in etwa 20 Metern Höhe. Oben angekommen wurde das Stativ aufgestellt und die Panoramaaufnahmen Schritt für Schritt geknipst. Bei jedem Durchgang müssen stets sechs Aufnahmen in verschiedenen Winkeln als Belichtungsreihe erstellt werden. Das bedeutet, dass man für einen virtuellen Raum mit der Kameraart, die wir benutzen, sechs Aufnahmen benötigt werden, damit keine "Löcher" im Raum entstehen. Vergisst man, den Himmel zu fotografieren, hat die Aufnahme im 360 Grad Rundgang später keinen Himmel. Lässt man eine Seite aus, fehlt diese natürlich später in der verrechneten Aufnahme. Wir als professionelle Agentur für Virtual Reality fotografieren ausschließlich in Belichtungsreihen, um eine bessere Durchzeichnung von Lichtern und Schatten zu erhalten und um auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ein hochwertiges Resultat zu erzeugen.

Aufnahmen für den virtuellen Rundgang werden erstelltt
Aufnahmen für den virtuellen Rundgang werden erstellt

Aufgrund der bei uns vorhandenen Routine für Shootings in Kletterwäldern für unsere Kunden konnten wir den Hochseilgarten in etwa fünf Stunden komplett erfassen.

Summa summarum war es ein toller und spannender Tag, denn wer schon mal auf einer wegen des Windes stark wankenden Miniplattform in 20 Metern Höhe hochwertige Aufnahmen für Kunden gemacht hat, kann das sicherlich nachvollziehen.


Vielen Dank für das Lesen dieses Beitrages. Im zweiten Teil dieser Miniserie geht es um das Erstellen der virtuellen Tour aus dem von uns geschossenen Bildmaterial, auf deren Entstehung wir Schritt für Schritt eingehen. Seien Sie gespannt, wie es mit der virtuellen Besichtigung weitergeht und wie das Ganze dann als fertiges Produkt auf den Betrachter wirkt.


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